Reiseupdate: Westafrika

Juni 2024

Neongrüner Diesel und das erste Unwetter– das Abenteuer geht jetzt erst los!

Von Deutschland nach Ghana
Aktuell 3 Monate unterwegs
8.900km zurückgelegt

Nach einigen Tagen der Entspannung in Dakar, Senegal und einem Service für das Auto (Ölwechsel, Reifen rotiert, Luftfilter und Innenraumfilter gereinigt) ging es mit neuen Essensvorräten, frischem Trinkwasser und einem vollem Tank wieder raus aus dem Verkehrschaos der Hauptstadt. Hier werden schnell aus einer 2 spurigen Straße 4 oder 5 Spuren gemacht. Jeder fährt einfach dort, wo es gerade am schnellsten geht, ohne auf andere Rücksicht zu nehmen. Hier sicher durchzukommen benötigt volle Konzentration.

Das nächste Ziel war Gambia 🇬🇲. Mein Aufenthalt hier dauerte nicht lange. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen (tagsüber 45° und nachts 35° 🥵) entschloss ich mich nach 2 Tagen südlich zurück in den Senegal zu fahren, um dort mein Visa für Guinea-Bissau zu beantragen. Der Prozess hierfür war super einfach. Zur Botschaft gehen, Reisepass und Geld auf den Tisch legen, 5 Minuten warten und mit fertigem Visa im Pass wieder gehen.

Langsam wurde die Landschaft immer grüner und ich war auf dem Weg zum schönsten Strand in Guinea-Bissau 🌴. Insgesamt verbrachte ich 5 sehr erholsame Tage direkt am Meer. Ich lernte tolle Menschen kennen und schloss neue Freundschaften mit Einheimischen und anderen Reisenden. An meinem letzten Tag am Strand konnte ich noch mein Wissen aktiv bei einer Bergungsaktion im Sand einsetzen. Ein italienisches Pärchen, welches hier in der Hauptstadt von Guinea-Bissau lebte, hatte sich am Strand festgefahren. Zudem war auch noch der Allrad-Antrieb ihres Nissan Patrol defekt. Die Einheimischen konnten hier nicht wirklich helfen und machten es nur noch schlimmer, sodass am Ende schon fast das Heckdifferential den Sand berührte. Mit etwas Schaufeln und meinen Bergeboards konnte ich das Auto dann nach einigen Sunden befreien und vom Strand fahren.

In Guinea-Bissau 🇬🇼 merkte ich auch schnell, dass das Abenteuer jetzt erst so richtig losgeht und alles schwieriger und vor allem langsamer wird. Der Asphalt wurde immer weniger und die Schlaglöcher immer mehr. Teilweise waren es auch nur noch Schotterpisten. Und das auf den großen Hauptverbindungsstraßen!

Der Diesel leuchtete hier neongrün und überzeugte mich nicht wirklich. Aber welche Wahl hatte ich? Ich kippte etwas von meinem Dieselzusatz in den Tank und weiter ging es. Ich näherte mich langsam der Grenze zu Guinea. Am Abend wurde ich dann von dem ersten heftigen Unwetter überrascht. Dieses war so heftig, dass mein Schlafplatz nach kurzer Zeit bereits mehrere Zentimeter unter Wasser stand und ich mitten in der Nacht umparken musste ⛈️.

Jedes mal wenn ich dachte, dass die Straße nicht noch schlechter werden könnte, wurde ich ein paar hundert Meter weiter eines Besseren belehrt.

Der Grenzübertritt nach Guinea 🇬🇳 verlief, wie auch alle anderen Grenzen bisher, ohne Probleme und recht „zügig“. Das Visa hierfür hatte ich bereits vorher online beantragt und bezahlt. Als nächstes folgte das pure Offroad Abenteuer. Stark ausgewaschene Stellen, Verschränkungen, große Steine und über 20cm tiefe Pfützen. Die „Straße“ nach der Grenze ähnelte teilweise eher einem Flussbett und zog sich über 40km bis zur ersten Stadt. Dort endlich angekommen besorgte ich als erstes eine SIM-Karte für Guinea.

Das nächste Abenteuer waren 2 Wasserfälle.  Mehrere Stunden ging es über teilweise echt spannende Offroad Strecken mit tollen Aussichten und kleinen Dörfer sowie einer ehemaligen „Brücke“ zu tollen Stellplätzen. Die Wasserfälle hatte ich, bis auf ein paar vereinzelte Einheimische, komplett für mich alleine. Abends konnte ich spektakuläre Aufnahmen mit meiner Drohne machen. Anschließend nahm ich ein erfrischendes Bad am Wasserfall.

Über 160 der 360km bis zur Hauptstadt waren in einem sehr schlechten Zustand. Daher teilte ich die Strecke auf 3 Tage auf. Teilweise schaffte ich nur 20-30km in einer Stunde. Die Schlaglöcher waren oft bis zu über 10cm tief oder erstreckten sich über die gesamte Fahrbahn. Zwischendrin war der Belag für 100-200 Meter in Ordnung, gefolgt von 100 Metern mit Schlaglöchern und so weiter. Erst die letzten 200km waren neuer Asphalt und gut ausgebaut.

Aktuell sitze ich schon seit einer Woche in Conakry, der Hauptstadt von Guinea, fest und warte auf meine Visa. Ich habe beschlossen, hier direkt 3 Visa (Elfenbeinküste, Ghana und ?geheim?) für die nächsten Länder zu beantragen, da dies hier scheinbar „einfacher“ gehen soll. Vorher musste ich mehrere Dokumente vorbereiten: meine Reiseroute, Brief an Botschafter, Selbstvorstellung, Online Antrag, Bankauszug, Zahlungsbestätigung, Hotelreservierungen und einige Kopien. Am Ende hatte ich über 25 Seiten ausgedruckt und konnte mich auf den Weg zu den Botschaften machen. Conakry ist nicht unbedingt die beste und schönste Stadt, um Zeit tot zuschlagen. Extremer Verkehr, schlechte Luft, laut, teuer und mehrmals täglicher Stromausfall… Es bleibt heiß und anstrengend.

Wenn alles klappt, plane ich Anfang Juli nach Ghana einzureisen 🇬🇭!



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